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Umluft statt Ober-/Unterhitze: wie viel Grad weniger und warum?

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Stellen Sie bei Umluft als Faustregel 20 °C weniger ein als bei Ober-/Unterhitze, aus 180 °C werden also 160 °C. Die Backzeit bleibt dann ungefähr gleich. Der Ventilator bewegt die heiße Luft und überträgt die Wärme schneller. Heizt Ihr Ofen kräftig, können 25 bis 30 °C Abschlag besser passen.

Ober-/Unterhitze

180 °C

Umluft / Heißluft

160 °C

Fahrenheit (Ober-/Unterhitze)

356 °F

Umluft 320 °F

Gas Mark

4

Gasherd-Stufe

3

Rechenweg

  1. Ober-/Unterhitze: 180 °C (Ausgangswert)
  2. Umluft/Heißluft: 180 °C − 20 °C = 160 °C (Faustregel)
  3. Fahrenheit: 180 × 9/5 + 32 = 356 °F

Umrechnungstabelle Backofen

Ober-/UnterhitzeUmluftFahrenheitGas MarkGasherd
140 °C120 °C284 °F11
150 °C130 °C302 °F21
160 °C140 °C320 °F22
170 °C150 °C338 °F32
180 °C160 °C356 °F43
190 °C170 °C374 °F53
200 °C180 °C392 °F64
210 °C190 °C410 °F64
220 °C200 °C428 °F75
230 °C210 °C446 °F85
240 °C220 °C464 °F96
250 °C230 °C482 °F96

Minus 20 °C für Umluft ist eine Faustregel, keine Norm. Backöfen heizen unterschiedlich; Angaben des Herstellers und des Rezepts haben Vorrang. Die Gasherd-Stufen sind eine typische Zuordnung, die Skala des eigenen Herdes kann abweichen.

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Formel

Umluft = Ober-/Unterhitze minus Abschlag, als Faustregel 20 °C. Fahrenheit = Celsius mal 9/5 plus 32. Ohne Absenkung der Temperatur verkürzt sich die Backzeit bei Umluft als Faustwert um 10 bis 20 Prozent.

T(Umluft) = T(O/U) − 20 °C; °F = °C · 9/5 + 32

T(O/U)
Temperatur für Ober-/Unterhitze laut Rezept
T(Umluft)
einzustellende Temperatur bei Umluft oder Heißluft

Rechenbeispiel: 180 °C Ober-/Unterhitze im Umluftofen

  1. 1

    Temperatur aus dem Rezept für Ober-/Unterhitze

    = 180 °C

  2. 2

    Abschlag nach der Faustregel für Umluft und Heißluft

    = 20 °C

  3. 3

    Einzustellende Umluft-Temperatur

    = 160 °C

  4. 4

    Ober-/Unterhitze in Fahrenheit, wie in amerikanischen Rezepten angegeben

    = 356 °F

  5. 5

    Umluft-Temperatur in Fahrenheit, für Öfen mit Fahrenheit-Skala

    = 320 °F

  6. 6

    Britisches Gas Mark und typische deutsche Gasherd-Stufe

    = Gas Mark 4, Gasherd-Stufe 3

180 °C Ober-/Unterhitze entsprechen 160 °C Umluft bei etwa gleicher Backzeit. Im britischen Rezept steht dafür Gas Mark 4, auf einem typischen deutschen Gasherd Stufe 3, wobei die Herdtabelle des Herstellers Vorrang hat.

Typische Fehler

errorDie Temperatur gesenkt und zusätzlich die Backzeit verkürzt

Der Abschlag von 20 °C gleicht den schnelleren Wärmeübergang bereits aus. Wer zusätzlich früher herausnimmt, bekommt oft einen innen feuchten Kuchen. Senken Sie entweder die Temperatur oder verkürzen Sie die Zeit, nicht beides.

errorEin Umluft-Rezept noch einmal umgerechnet

Viele neuere Rezepte nennen die Umluft-Temperatur schon direkt. Prüfen Sie, welche Heizart gemeint ist, bevor Sie rechnen. Steht dort Umluft oder Heißluft, übernehmen Sie den Wert ohne Abschlag.

Wie der Ventilator die Backtemperatur verändert

Bei Ober-/Unterhitze heizen zwei Heizstäbe, einer unter der Decke und einer im Boden. Die Wärme erreicht das Backgut vor allem durch Strahlung und langsam aufsteigende Luft. Bei Umluft saugt ein Ventilator an der Rückwand die Luft an und bläst sie wieder in den Garraum, bei Heißluft erhitzt zusätzlich ein Ringheizkörper diese Luft. Die bewegte Luft gibt ihre Wärme deutlich schneller ab. Ein Kuchen bei 160 °C Umluft bekommt deshalb ungefähr so viel Wärme wie bei 180 °C Ober-/Unterhitze.

Die 20 °C sind eine Faustregel, keine Norm. Öfen unterscheiden sich in Ventilatorstärke, Garraumgröße und Isolierung. Manche Hersteller nennen deshalb 20 bis 30 °C Abschlag. Ob Ihr Ofen eher am oberen oder unteren Ende liegt, finden Sie mit einem vertrauten Rezept heraus: Bräunt der Kuchen außen zu schnell, während er innen noch roh ist, senken Sie die Temperatur weiter.

Für amerikanische und britische Rezepte gilt dieselbe Logik, nur mit einem Zwischenschritt. Rechnen Sie die Angabe zuerst in Grad Celsius für Ober-/Unterhitze um und ziehen Sie erst dann den Abschlag ab. 350 °F sind 176,67 °C, im Umluftofen stellen Sie also etwa 160 °C ein. Gas-Mark-Angaben aus britischen Kochbüchern beziehen sich ebenfalls auf Ober-/Unterhitze. Gas Mark 4 entspricht 180 °C, bei Umluft also wieder 160 °C. Deutsche Gasherd-Stufen sind dagegen nicht einheitlich, hier hilft nur die Tabelle in der Anleitung des Herdes.

Wann Ober-/Unterhitze die bessere Wahl bleibt

Umluft trocknet Oberflächen schneller aus. Bei feinem Gebäck, das gleichmäßig aufgehen soll, wie Biskuit, Soufflé oder Brandteig, empfehlen viele Rezepte deshalb Ober-/Unterhitze. Auch Brot und Pizza profitieren von starker Hitze von unten, die Umluft nicht liefert. Für Plätzchen auf mehreren Blechen, Ofengemüse oder Aufläufe mit knuspriger Kruste spielt Umluft dagegen ihre Stärken aus. Wer zwischen beiden Heizarten wechselt, sollte bei einem neuen Rezept die ersten Male früher nachsehen und die Stäbchenprobe machen.

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Häufige Fragen: Umluft-Rechner

Warum braucht Umluft weniger Temperatur? expand_more
Ruhende Luft bildet um das Backgut eine dünne Schicht, die Wärme nur langsam weitergibt. Der Ventilator bläst diese Schicht ständig weg, sodass immer frische heiße Luft an die Oberfläche kommt. Dadurch erreicht bei gleicher Temperatur mehr Wärme den Teig, und eine niedrigere Einstellung genügt.
Spart Umluft Strom? expand_more
Häufig ja, weil die niedrigere Temperatur weniger Heizleistung erfordert und sich mehrere Bleche gleichzeitig backen lassen. Wie viel es ausmacht, hängt vom Gerät und von der Backdauer ab. Den Verbrauch eines Backvorgangs schätzen Sie über Leistung und Dauer des Ofens ab.
Auf welche Schiene stelle ich das Blech bei Umluft? expand_more
Bei einem Blech meist auf die mittlere Schiene. Bei mehreren Blechen verteilen Sie sie mit Abstand auf zwei oder drei Ebenen, die Bedienungsanleitung nennt die empfohlenen Einschubhöhen. Ober-/Unterhitze eignet sich dagegen nur für ein Blech in der Mitte, weil oben und unten unterschiedlich heiß wird.

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