Wärmepumpe Größe berechnen — Heizlast und kW richtig bestimmen
Die Größe einer Wärmepumpe ergibt sich aus der Heizlast des Gebäudes, nicht aus der Wohnfläche allein. Überschlägig rechnet man Wohnfläche mal spezifischer Heizlast, die je nach Dämmstandard zwischen etwa 30 und 120 Watt je Quadratmeter liegt. Für Warmwasser kommt ein Zuschlag hinzu.
Normaußentemperatur Ihres Standorts (typisch: −10 bis −14 °C)
Warmwasser über Wärmepumpe
+15 % Zuschlag auf Heizlast
Empfohlene WP-Größe
10 kW
Heizlast gesamt
8,1 kW
Jahreswärmebedarf
14.350 kWh
Spezifische Heizlast
50 W/m²
Empfehlung: Für Ihr Bestand (nach 1995) mit 140 m² Wohnfläche empfehlen wir eine Wärmepumpe mit mindestens 10 kW Heizleistung. Warmwasserbereitung ist eingerechnet.
Gängige Größen: 4 kW, 6 kW, 8 kW, 10 kW, 12 kW, 14 kW, 16 kW, 18 kW, 20 kW, 24 kW. Eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 liefert genauere Werte.
Überschlägige Berechnung auf Basis typischer Heizlastwerte. Eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch einen Energieberater wird empfohlen.
Direkt zum Tool: Wärmepumpe Größe berechnen öffnen
Formel
Multiplizieren Sie die beheizte Wohnfläche mit der spezifischen Heizlast Ihres Gebäudestandards und teilen Sie das Ergebnis durch tausend, um von Watt auf Kilowatt zu kommen. Für die Warmwasserbereitung schlagen Sie rund fünfzehn Prozent auf.
P = A · q / 1000
- A
- beheizte Wohnfläche in Quadratmetern
- q
- spezifische Heizlast in Watt je Quadratmeter
- P
- erforderliche Heizleistung in Kilowatt
Rechenbeispiel: Vorgehen bei der Auslegung
- 1
Beheizte Wohnfläche erfassen, nicht die Grundfläche des gesamten Gebäudes
- 2
Gebäudestandard einordnen: Neubau, saniert oder unsanierter Altbau
- 3
Spezifische Heizlast zuordnen und mit der Fläche multiplizieren
- 4
Zuschlag für Warmwasser ergänzen und auf die nächste verfügbare Gerätegröße gehen
Der Rechner nimmt Wohnfläche, Gebäudetyp, Raumhöhe und Auslegungstemperatur auf und liefert daraus einen Richtwert für die Heizleistung.
Typische Fehler
errorSicherheitshalber zu groß dimensioniert
Eine überdimensionierte Wärmepumpe schaltet sich häufig ein und aus. Dieses Takten senkt die Jahresarbeitszahl, erhöht den Verschleiß am Verdichter und verkürzt die Lebensdauer. Der vermeintliche Sicherheitszuschlag kostet also dauerhaft Effizienz und Geld.
errorNur die Wohnfläche betrachtet
Zwei Häuser gleicher Größe können sich in der Heizlast um den Faktor drei unterscheiden. Entscheidend sind Dämmstandard, Fensterqualität, Gebäudeform und Lage. Ein unsanierter Altbau braucht je Quadratmeter ein Vielfaches dessen, was ein Neubau benötigt.
errorWarmwasser vergessen
Soll die Wärmepumpe auch das Trinkwasser erwärmen, reicht die reine Heizlast nicht aus. Üblich ist ein Zuschlag von rund fünfzehn Prozent, bei großen Haushalten mit hohem Warmwasserbedarf auch mehr. Ohne diesen Zuschlag springt im Betrieb häufig der Heizstab ein.
Warum die Fläche allein nicht reicht
Die Frage nach der richtigen Größe wird fast immer als Frage nach der Wohnfläche gestellt. Tatsächlich ist die Fläche nur einer von mehreren Faktoren, und nicht einmal der wichtigste. Entscheidend ist, wie viel Wärme das Gebäude bei winterlicher Auslegungstemperatur verliert — und das hängt vor allem an der Gebäudehülle.
Die Spanne ist erheblich. Ein gut gedämmter Neubau kommt mit etwa 30 bis 40 Watt je Quadratmeter aus, ein teilsanierter Bestandsbau liegt bei 60 bis 80, ein unsanierter Altbau kann 100 bis 120 Watt je Quadratmeter benötigen. Bei 140 Quadratmetern Wohnfläche bedeutet das eine Bandbreite von etwa 5 bis 17 Kilowatt — für dasselbe Haus, nur in unterschiedlichem energetischen Zustand.
Deshalb lohnt sich fast immer, zuerst die Gebäudehülle zu betrachten. Jede Verbesserung an Dämmung und Fenstern senkt die nötige Anlagengröße und damit sowohl den Anschaffungspreis als auch die Betriebskosten.
Der Preis der Überdimensionierung
Bei fossilen Kesseln war ein Sicherheitszuschlag üblich und weitgehend folgenlos. Bei Wärmepumpen ist er ein echtes Problem. Eine zu groß gewählte Anlage erreicht ihre Zieltemperatur schnell, schaltet ab, kühlt aus und startet erneut. Dieses Takten belastet den Verdichter und senkt die Jahresarbeitszahl spürbar.
Die Konsequenz ist doppelt unangenehm: Die größere Anlage kostet in der Anschaffung mehr und verbraucht im Betrieb ebenfalls mehr Strom als eine passend ausgelegte. Der Sicherheitsgedanke kehrt sich also ins Gegenteil.
Umgekehrt ist eine leicht zu kleine Auslegung weniger dramatisch, als viele befürchten. An den wenigen extrem kalten Tagen im Jahr springt der elektrische Heizstab ein. Das kostet an diesen Tagen mehr Strom, fällt über das Jahr gerechnet aber kaum ins Gewicht — solange die Unterdimensionierung moderat bleibt.
Passende Rechner
Häufige Fragen: Wärmepumpe Größe berechnen
Wie unterscheidet sich der Richtwert von einer echten Heizlastberechnung? expand_more
Was kostet eine professionelle Heizlastberechnung? expand_more
Spielt die Vorlauftemperatur eine Rolle für die Größe? expand_more