Wärmepumpen-Stromkosten berechnen — Formel, Beispiel und Rechner
Die Stromkosten einer Wärmepumpe berechnen Sie in drei Schritten: Zuerst den jährlichen Wärmebedarf aus Wohnfläche mal Heizlast, dann den Strombedarf, indem Sie diesen Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl teilen, und schließlich die Kosten aus Strombedarf mal Strompreis. Die Jahresarbeitszahl ist der entscheidende Hebel.
Stromkosten/Jahr
768,00 €
Pro Monat
64,00 €
Stromverbrauch
2.400 kWh
Vergleich mit Gasheizung
Vereinfachte Berechnung. Tatsächliche Werte hängen von Gebäude, Anlage und Nutzungsverhalten ab.
Direkt zum Tool: Wärmepumpen-Rechner öffnen
Formel
Der Wärmebedarf ergibt sich aus Wohnfläche mal Heizlast pro Quadratmeter. Geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt das den Strombedarf. Multipliziert mit dem Strompreis erhalten Sie die jährlichen Stromkosten der Wärmepumpe.
K = (A · h ÷ JAZ) · p
- K
- jährliche Stromkosten in Euro
- A
- beheizte Wohnfläche in Quadratmetern
- h
- Heizlast in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
- JAZ
- Jahresarbeitszahl (erzeugte Wärme je kWh Strom)
- p
- Strompreis in Euro pro Kilowattstunde
Rechenbeispiel: 150 m² mit JAZ 4,0
- 1
Wärmebedarf berechnen: 150 m² × 60 kWh/m²
= 9.000 kWh Wärme
- 2
Strombedarf über die JAZ: 9.000 ÷ 4,0
= 2.250 kWh Strom
- 3
Stromkosten: 2.250 kWh × 30 ct
= 675,00 EUR pro Jahr
- 4
Zum Vergleich Gas für denselben Wärmebedarf: 9.000 × 8,5 ct
= 765,00 EUR pro Jahr
- 5
Ersparnis gegenüber Gas: 765 − 675
= 90,00 EUR pro Jahr
Bei 9.000 kWh Wärmebedarf, einer Jahresarbeitszahl von 4,0 und 30 Cent Strompreis kostet die Wärmepumpe 675 EUR im Jahr — rund 56 EUR pro Monat und etwa 90 EUR weniger als eine Gasheizung. Sinkt die Jahresarbeitszahl auf 2,5, kehrt sich der Vorteil ins Gegenteil um.
Typische Fehler
errorMit der Heizleistung statt dem Jahres-Wärmebedarf gerechnet
Die Heizleistung in Kilowatt beschreibt die Momentanleistung an einem kalten Tag, nicht den Jahresbedarf. Für die Stromkosten zählt die über das Jahr benötigte Wärmemenge in Kilowattstunden — also Wohnfläche mal Heizlast pro Quadratmeter.
errorProspekt-COP statt realer Jahresarbeitszahl eingesetzt
Der COP im Datenblatt gilt für ideale Laborbedingungen. Im Alltag zählt die Jahresarbeitszahl, die Vorlauftemperatur, Außentemperaturen und Warmwasser einbezieht. Rechnen Sie mit einem realistischen Wert aus dem Gebäudekontext, sonst wird die Anlage zu günstig geschätzt.
Die Jahresarbeitszahl entscheidet über die Wirtschaftlichkeit
Bei einer Wärmepumpe steht und fällt alles mit einer Kennzahl: der Jahresarbeitszahl. Sie gibt an, wie viel Wärme die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt. Ein Wert von 4,0 bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Heizwärme werden. Weil der gesamte Strombedarf durch diese Zahl geteilt wird, hat sie den größten Einfluss auf die laufenden Kosten — deutlich mehr als kleine Preisunterschiede beim Stromtarif.
Die Jahresarbeitszahl ist keine feste Geräteeigenschaft, sondern ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Anlage und Gebäude. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Je niedriger die Temperatur, mit der das Heizwasser durch die Flächen läuft, desto weniger muss die Wärmepumpe die Umweltwärme anheben und desto effizienter arbeitet sie. Deshalb erreichen Fußbodenheizungen in gut gedämmten Gebäuden Werte über vier, während Heizkörper im unsanierten Altbau die Anlage in einen ungünstigen Bereich drücken können.
Der zweite Faktor ist der Wärmebedarf des Gebäudes, der sich aus Wohnfläche und Heizlast pro Quadratmeter ergibt. Ein Neubau nach aktuellem Standard liegt bei 30 bis 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter, ein unsanierter Altbau beim Drei- bis Vierfachen. Wer die passende Anlagengröße abschätzen möchte, findet mit dem Rechner zur Wärmepumpen-Größe einen guten Ausgangspunkt für die Dimensionierung.
Ob sich der Umstieg lohnt, zeigt erst der direkte Vergleich mit dem bisherigen Brennstoff. Der Gasrechner liefert die Kosten der bestehenden Heizung, die Sie den berechneten Stromkosten gegenüberstellen. So wird aus einer gefühlten Entscheidung eine nachvollziehbare Rechnung mit belastbaren Zahlen.
Als Faustwert gilt: Je höher die Jahresarbeitszahl, desto weniger Strom braucht die Anlage für dieselbe Wärmemenge — schon eine JAZ-Verbesserung von 3,0 auf 3,5 senkt die Stromkosten um rund ein Siebtel.
Passende Rechner
Häufige Fragen: Wärmepumpen-Rechner
Was ist der Unterschied zwischen COP und Jahresarbeitszahl? expand_more
Wie stark senkt eine Fußbodenheizung die Stromkosten? expand_more
Lohnt sich eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau? expand_more
Wie wirkt sich eine Photovoltaikanlage auf die Betriebskosten aus? expand_more
Verwandte Rechner
Verwandte Begriffe
COP
Der Coefficient of Performance gibt das Verhältnis von erzeugter Wärmeleistung zur eingesetzten elektrischen Leistung einer Wärmepumpe an.
JAZ
Die Jahresarbeitszahl gibt die durchschnittliche Effizienz einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr an.
Wärmepumpe
Ein Heizsystem, das Umgebungswärme aus Luft, Erde oder Wasser nutzt und mit Strom auf Heiztemperatur bringt.
Wirkungsgrad
Der Anteil der eingesetzten Energie, der tatsächlich als nutzbare Energie zur Verfügung steht.