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Alltag · Ratgeber

Werkstudent netto: was 20 oder 25 Wochenstunden am Lohn ändern

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Als Werkstudent mit 1.300 Euro brutto und 20 Wochenstunden behalten Sie 2026 rund 1.200,74 Euro netto. Abgezogen werden nur 92,80 Euro Rentenversicherung und 6,46 Euro Lohnsteuer. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entfallen, solange Sie in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten. Bei 25 Stunden sinkt das Netto spürbar.

Netto im Monat

1.200,74 €

Werkstudentenprivileg

gilt

Übergangsbereich (603,01 bis 2.000 €)

Netto im Jahr

14.408,88 €

Sozialabgaben

92,80 €

RV 92,80 € · KV 0,00 € · PV 0,00 € · AV 0,00 €

Lohnsteuer und Zuschläge

6,46 €

Lohnsteuer 6,46 € · Soli 0,00 € · Kirche 0,00 €

Werkstudenten zahlen 2026 nur den Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung von 9,3 Prozent, im Übergangsbereich auf eine reduzierte Bemessungsgrundlage. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entfallen, solange Sie in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten. Lohnsteuer wird wie bei allen Arbeitnehmern nach Steuerklasse einbehalten; wer im Jahr unter dem Grundfreibetrag bleibt, bekommt sie mit der Steuererklärung zurück. Vereinfachte Berechnung.

Direkt zum Tool: Werkstudent-Rechner öffnen

Formel

Vom Bruttolohn gehen nur Rentenversicherung und Lohnsteuer ab. Liegt der Lohn zwischen 603,01 und 2.000 Euro, wird der Rentenbeitrag von 9,3 Prozent nicht auf das volle Brutto berechnet, sondern auf eine reduzierte Bemessungsgrundlage: 2.000 geteilt durch 1.397, multipliziert mit dem Betrag über 603 Euro.

Rentenbeitrag = 9,3 % × 2.000 ÷ (2.000 − 603) × (Brutto − 603)

Brutto
monatlicher Bruttolohn aus dem Werkstudentenjob
603
Minijob-Grenze 2026 in Euro
2.000
Obergrenze des Übergangsbereichs in Euro

Rechenbeispiel: Werkstudent mit 1.300 Euro brutto und 20 Wochenstunden

  1. 1

    Monatsbrutto aus dem Werkstudentenjob

    = 1.300 Euro

  2. 2

    Einordnung: über 603 Euro und unter 2.000 Euro, also Übergangsbereich mit reduziertem Rentenbeitrag

    = 20 Wochenstunden, Werkstudentenprivileg greift

  3. 3

    Rentenversicherung auf die reduzierte Bemessungsgrundlage von rund 997,85 Euro

    = 92,80 Euro

  4. 4

    Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung

    = 0 Euro

  5. 5

    Lohnsteuer in Steuerklasse I, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

    = 6,46 Euro

  6. 6

    Netto im Monat, Abzugsquote

    = 1.200,74 Euro (7,64 Prozent)

  7. 7

    Netto aufs Jahr gerechnet

    = 14.408,88 Euro

Von 1.300 Euro brutto bleiben einem Werkstudenten mit 20 Wochenstunden 1.200,74 Euro. Nur 7,64 Prozent gehen ab, fast ausschließlich für die Rentenversicherung. Die Lohnsteuer bekommen viele über die Steuererklärung zurück.

Typische Fehler

errorDen Rentenbeitrag mit vollen 9,3 Prozent auf das Brutto gerechnet

Im Übergangsbereich zählt nur eine reduzierte Bemessungsgrundlage. Bei 1.300 Euro wären 9,3 Prozent vom vollen Brutto 120,90 Euro, tatsächlich fallen nur 92,80 Euro an. Wer mit dem vollen Satz rechnet, unterschätzt sein Netto um rund 28 Euro im Monat.

errorDie Lohnsteuer als endgültigen Verlust verbucht

Die Lohnsteuer wird monatlich so einbehalten, als würden Sie das ganze Jahr gleich viel verdienen. Arbeiten Sie nur einige Monate oder liegt Ihr Jahreseinkommen niedrig, holen Sie zu viel gezahlte Lohnsteuer meist über die Steuererklärung zurück.

errorMehrarbeit in der Vorlesungszeit nur als Lohnplus gesehen

Wer dauerhaft mehr als 20 Wochenstunden in der Vorlesungszeit arbeitet, verliert das Werkstudentenprivileg. Dann werden auch Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig. Rechnen Sie jede Stundenerhöhung vorher im Rechner durch, bevor Sie zusagen.

Werkstudent im Übergangsbereich: warum der Rentenbeitrag so niedrig ausfällt

Das Werkstudentenprivileg sorgt dafür, dass vom Lohn nur zwei Posten abgehen: die Rentenversicherung und die Lohnsteuer. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entfallen, weil das Studium im Vordergrund steht. Die meisten Studierenden sind ohnehin über die Familie oder die studentische Krankenversicherung abgesichert. Die Voraussetzung ist, dass Sie in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Weniger bekannt ist, dass der Rentenbeitrag im Übergangsbereich zusätzlich reduziert ist. Zwischen 603,01 und 2.000 Euro wird er nicht auf das volle Brutto berechnet, sondern auf eine gleitend ansteigende Bemessungsgrundlage. Direkt über der Minijob-Grenze ist sie sehr niedrig, bei 2.000 Euro entspricht sie dem vollen Lohn. Bei 1.300 Euro zahlen Sie deshalb 92,80 Euro statt 120,90 Euro. Die Entlastung ist so angelegt, dass der Abzug beim Überschreiten der Minijob-Grenze nicht sprunghaft steigt, sondern mit dem Lohn langsam zunimmt.

Für die Frage, ob sich eine Lohnerhöhung lohnt, ist dieser Effekt wichtig. Mit jedem Euro mehr Brutto steigt der Rentenbeitrag etwas stärker als 9,3 Prozent, weil die Entlastung abgebaut wird. Dazu kommt ab einem gewissen Jahreseinkommen die Lohnsteuer. Bei 2.000 Euro brutto bleiben 1.672,71 Euro netto, die Abzugsquote liegt dann bei 16,36 Prozent. Unterm Strich lohnt sich jeder zusätzliche Euro trotzdem, nur eben nicht im vollen Umfang.

Mehr arbeiten als Werkstudent: Stunden, Semesterferien und Nebenkosten

Die kritische Stellschraube ist nicht das Gehalt, sondern die Arbeitszeit. Wer in der Vorlesungszeit dauerhaft über 20 Wochenstunden kommt, wird wie ein normaler Arbeitnehmer versichert. Bei 1.300 Euro kostet das rund 118 Euro Netto im Monat. In den Semesterferien gilt die Grenze nicht, dort dürfen Sie deutlich mehr arbeiten, ohne das Privileg zu verlieren.

Mit dem eigenen Job verändert sich oft auch die private Absicherung. Wer eine eigene Wohnung bezieht oder nach dem Bachelor pausiert, sollte prüfen, ob die private Haftpflicht der Eltern noch greift oder ein eigener Vertrag nötig wird. Für die Studienfinanzierung lohnt sich zudem ein Blick auf den BAföG-Rechner, weil ein höherer Verdienst die Förderung mindern kann.

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Häufige Fragen: Werkstudent-Rechner

Wie viel Netto verliere ich bei 25 statt 20 Wochenstunden? expand_more
Bleibt das Brutto bei 1.300 Euro, sinkt das Netto von 1.200,74 Euro auf 1.082,97 Euro, also um 117,77 Euro im Monat. Grund sind die zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Mehr Stunden bringen zwar mehr Brutto, dieser Nachteil frisst aber einen großen Teil davon auf.
Wie wird der reduzierte Rentenbeitrag im Übergangsbereich berechnet? expand_more
Der Betrag über 603 Euro wird mit dem Faktor 2.000 geteilt durch 1.397 hochgerechnet. Bei 1.300 Euro sind das rund 997,85 Euro, darauf fallen 9,3 Prozent an, also 92,80 Euro. Je näher Ihr Lohn an 2.000 Euro liegt, desto mehr nähert sich der Beitrag dem vollen Satz.
Gilt die 20-Stunden-Grenze auch in den Semesterferien? expand_more
Nein. In der vorlesungsfreien Zeit dürfen Werkstudenten auch mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, ohne das Privileg zu verlieren. Bei 1.300 Euro brutto bleibt das Netto dann ebenfalls bei 1.200,74 Euro. Entscheidend ist die Arbeitszeit während der Vorlesungen.
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Haftpflicht im Studium: wann Sie selbst vorsorgen
Über die Eltern sind Studierende meist bis zum Ende der ersten Ausbildung mitversichert. Mit abgeschlossener Ausbildung, eigenem Haushalt oder nach dem Bachelor mit Berufspause lohnt sich ein eigener Vertrag.
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