Widerstand ablesen: so liest man die Farbringe Schritt für Schritt
Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik
Drehen Sie den Widerstand so, dass Gold oder Silber rechts liegt. Bei 4 Ringen bilden die ersten zwei Farben eine zweistellige Zahl, der dritte Ring nennt die Zahl der Nullen, der vierte die Toleranz. Gelb, Violett, Rot, Gold ergibt so 47 mit zwei Nullen, also 4.700 Ohm mit ±5 Prozent.
Gelb · Violett · Rot · Gold
Widerstand
4,7 kΩ
Toleranz
±5 %
4.465 bis 4.935 Ω
Temperaturkoeffizient
–
nur bei 6 Ringen
Rechenweg
- Ziffern: Gelb = 4, Violett = 7 → 47
- Multiplikator: Rot = 10^2 = 100
- Wert: 47 × 100 = 4,7 kΩ
- Toleranz: Gold = ±5 % → 4,465 kΩ bis 4,935 kΩ
Farbtabelle nach IEC 60062
| Farbe | Ziffer | Multiplikator | Toleranz | TK (ppm/K) |
|---|---|---|---|---|
| Schwarz | 0 | ×1 | – | 250 |
| Braun | 1 | ×10 | ±1 % | 100 |
| Rot | 2 | ×100 | ±2 % | 50 |
| Orange | 3 | ×1.000 | ±0,05 % | 15 |
| Gelb | 4 | ×10.000 | ±0,02 % | 25 |
| Grün | 5 | ×100.000 | ±0,5 % | 20 |
| Blau | 6 | ×1.000.000 | ±0,25 % | 10 |
| Violett | 7 | ×10.000.000 | ±0,1 % | 5 |
| Grau | 8 | ×100.000.000 | ±0,01 % | 1 |
| Weiß | 9 | ×1.000.000.000 | – | – |
| Gold | – | ×0,1 | ±5 % | – |
| Silber | – | ×0,01 | ±10 % | – |
| Rosa | – | ×0,001 | – | – |
| Keine Farbe | – | – | ±20 % | – |
Gelesen wird von der Seite, an der die Ringe dichter am Rand liegen. Gold oder Silber stehen immer rechts. Orange, Gelb und Grau als Toleranz sowie Rosa als Multiplikator kamen mit der Ausgabe 2016 der Norm hinzu und sind selten.
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Formel
Die Ziffernringe ergeben zusammen eine Zahl. Diese Zahl wird mit zehn hoch dem Wert des Multiplikatorrings malgenommen, was bei den Farben Schwarz bis Weiß dem Anhängen von Nullen entspricht. Gold teilt durch 10, Silber durch 100. Der letzte Ring gibt an, wie weit der echte Wert vom aufgedruckten abweichen darf.
R = Ziffernfolge × 10^Multiplikator; Bereich = R × (1 ± Toleranz / 100)
- Ziffernfolge
- Zahl aus den ersten zwei Ringen bei 4 Ringen oder den ersten drei bei 5 und 6 Ringen
- Multiplikator
- Ziffer des Multiplikatorrings, entspricht der Zahl der angehängten Nullen
- Toleranz
- zulässige Abweichung in Prozent, etwa Gold für ±5 und Silber für ±10
Rechenbeispiel: Gelb, Violett, Rot, Gold
- 1
Ringe zählen und Leserichtung festlegen: Gold liegt rechts, also zwei Ziffernringe, Multiplikator und Toleranz
= 4 Ringe
- 2
Ziffern lesen: Gelb ist vier, Violett ist sieben. Multiplikator Rot hängt zwei Nullen an
= 4.700 Ω
- 3
Toleranzring Gold lesen
= ±5 %
- 4
Untere Grenze: Nennwert minus fünf Prozent
= 4.465 Ω
- 5
Obere Grenze: Nennwert plus fünf Prozent
= 4.935 Ω
Der Widerstand hat 4,7 Kiloohm. Ein Multimeter darf jeden Wert zwischen 4.465 Ω und 4.935 Ω anzeigen, ohne dass das Bauteil defekt ist.
Typische Fehler
errorDen Multiplikator als dritte Ziffer gelesen
Bei 4 Ringen gibt es nur zwei Ziffern. Rot an dritter Stelle ist keine 2 hinter 47, sondern bedeutet zwei Nullen. Wer 472 liest, liegt um eine Zehnerpotenz falsch. Zählen Sie vor dem Lesen immer die Ringe.
errorBei 5 Ringen von der falschen Seite begonnen
Präzisionswiderstände haben oft Braun als Toleranzring, und Braun kann auch eine Ziffer sein. Achten Sie auf den größeren Abstand vor dem Toleranzring oder prüfen Sie, welche Lesung einen Wert aus der E96-Reihe ergibt. Im Zweifel hilft das Multimeter.
errorDen Widerstand im eingelöteten Zustand gemessen
Wer einen Widerstand nachmessen will, während er noch eingelötet ist, misst parallele Bauteile mit. Das Ergebnis ist dann kleiner als der Farbcode. Löten Sie mindestens ein Bein aus, bevor Sie die Farbringe mit dem Messwert vergleichen.
Widerstand ablesen ohne Rätselraten: die Reihenfolge der Arbeitsschritte
Wer Widerstände regelmäßig ablesen muss, gewöhnt sich am besten eine feste Reihenfolge an. Zuerst zählen Sie die Ringe, denn davon hängt ab, ob zwei oder drei Ziffern folgen. Dann legen Sie die Leserichtung fest. Gold und Silber stehen immer am Ende, weil sie keine Ziffer haben. Erst danach lesen Sie die Farben von links nach rechts und schreiben die Ziffern auf.
Für die Nullen hilft eine einfache Regel: Die Ziffer der Multiplikatorfarbe ist die Zahl der Nullen, die Sie anhängen. Braun hängt eine Null an, Rot zwei, Orange drei, Gelb vier. Aus 47 mit Rot wird 4.700 Ohm, mit Orange 47.000 Ohm. Am Schluss rechnen Sie in Kiloohm oder Megaohm um, indem Sie das Komma um drei oder sechs Stellen verschieben.
Bei 5 und 6 Ringen ändert sich nur der Anfang: Drei Ziffernringe statt zwei, danach Multiplikator und Toleranz. Weil eine Ziffer mehr da ist, steht beim selben Wert eine Null weniger im Multiplikator. Derselbe Widerstand mit 4,7 Kiloohm trägt dann Gelb, Violett, Schwarz und Braun als Multiplikator. Der sechste Ring beschreibt den Temperaturkoeffizienten und spielt für den Nennwert keine Rolle.
Gutes Licht und ein Multimeter als Gegenprobe
Viele Lesefehler entstehen nicht beim Rechnen, sondern beim Erkennen der Farben. Unter warmem Kunstlicht sehen Rot und Orange fast gleich aus, Braun und Rot lassen sich auf beigem Grund verwechseln, und Violett wirkt auf blauem Körper oft grau. Lesen Sie deshalb bei Tageslicht oder unter einer neutralweißen Lampe und nehmen Sie bei kleinen Bauteilen eine Lupe zu Hilfe.
Die zuverlässigste Gegenprobe bleibt das Multimeter. Stellen Sie den Messbereich etwas über den erwarteten Wert und messen Sie das ausgebaute Bauteil. Liegt der Messwert innerhalb des Toleranzbereichs, haben Sie richtig gelesen. Weicht er stark ab, stimmt meist eine Farbe nicht oder der Widerstand ist durch Überhitzung beschädigt, was oft an einem dunkel verfärbten Körper zu erkennen ist.