Wie funktioniert der Strommarkt in Deutschland?
Der deutsche Großhandelsstrom wird hauptsächlich an der Strombörse EPEX SPOT gehandelt. Käufer sind Energieversorger, große Industriebetriebe und Trader; Verkäufer sind die Betreiber von Kraftwerken, Wind- und PV-Anlagen. Die wichtigste Auktion ist der Day-Ahead-Markt: dort wird für jede Stunde des Folgetages bis 12 Uhr ein Preis festgelegt, zu dem genau so viel Strom verkauft wie nachgefragt wird. Dieser Day-Ahead-Preis ist der Wert, den unser Watchboard als „Großhandelspreis" anzeigt.
Was bedeuten negative Strompreise?
Wenn Wind und Sonne mehr Strom produzieren, als gerade verbraucht werden kann — und das Abschalten konventioneller Kraftwerke oder Erneuerbarer-Anlagen entweder zu teuer oder regulatorisch erschwert ist — entstehen negative Preise. Erzeuger zahlen dann, um ihren Strom abzunehmen. Für Haushalte mit einem dynamischen Stromtarif bedeutet das in solchen Stunden: der Strom kostet effektiv nichts oder es gibt sogar eine Gutschrift. In den letzten 12 Monaten gab es laut SMARD über 450 Stunden mit negativen Preisen — Tendenz steigend.
Wann lohnt sich Verbrauchsverschiebung?
Wer einen Smart-Meter und einen dynamischen Tarif hat, kann teure Geräte gezielt in den günstigen Stunden laufen lassen. Typische Sparphasen:
- Mittagsspitze 11–15 Uhr, wenn Solar maximal einspeist
- Nachts 0–4 Uhr, wenn die Last gering ist
- Sturmtage, oft mit mehreren Stunden unter 5 ct/kWh
Unser Watchboard zeigt diese Phasen oben als „Günstigste Stunde". Für E-Auto-Laden, Wärmepumpen- Boost oder das Voll-Laden von Heimspeichern sind das die richtigen Slots.
Quellen und Methodik
Alle Marktdaten stammen aus der Bundesnetzagentur-Plattform SMARD.de (Lizenz CC BY 4.0) sowie der ENTSO-E Transparency Platform. Empfehlungen, Geräte-Kostenrechnungen und die EU-Klassifikation sind Eigenberechnungen auf Basis dieser Rohdaten. Die Werte dienen der Orientierung. Für verbindliche Tarife wenden Sie sich an Ihren Stromanbieter.